Wie Prepaid-Strom funktioniert
Herzstück ist ein spezieller Prepaid-Stromzähler, auch Vorkassezähler genannt. Er misst wie jeder andere Zähler deinen Verbrauch, kennt aber zusätzlich ein Guthaben. Du lädst einen Betrag auf, der Zähler rechnet jede verbrauchte Kilowattstunde zum vereinbarten Preis dagegen, und das Display zeigt dir jederzeit, wie viel Guthaben noch übrig ist.
Aufgeladen wird je nach Versorger per Chipkarte oder Ladeschlüssel, per Zahlencode am Zähler oder inzwischen oft per App, wobei das Guthaben per Funk übertragen wird. Abschläge, Jahresrechnung und Nachzahlung entfallen.
Für wen sich Prepaid-Strom eignet
Bei negativer Schufa. Weil der Versorger sein Geld vorab bekommt, spielt die Bonität kaum eine Rolle. Wer bei Sondertarifen abgelehnt wird oder Rückstände beim Grundversorger hat, bekommt mit einem Vorkassezähler oft wieder eine reguläre Versorgung – viele Stadtwerke bieten ihn gezielt als Alternative zur Stromsperre an.
Für Mieter und Vermieter. In Wohngemeinschaften, möblierten Zimmern oder Häusern mit gemeinsamer Waschküche zahlt jeder nur, was er verbraucht, und niemand haftet für andere. Vermieter müssen nach dem Auszug keine offenen Stromkosten eintreiben.
Für Ferienwohnungen und Nebenwohnsitze. Wo nur zeitweise jemand wohnt, passt ein Guthaben besser als ein Abschlag, der am Jahresverbrauch vorbeischätzt. Gäste laden auf, was sie brauchen, die Eigentümer haben keine Nachzahlung.
Vor- und Nachteile im Überblick
Der größte Vorteil ist die Kontrolle: Du siehst am Zähler, was dein Verbrauch kostet, und kannst keine Schulden beim Versorger aufbauen. Mahngebühren, Inkasso und die Kosten einer Sperrung samt Wiederinbetriebnahme, schnell mehrere hundert Euro, fallen weg.
Der Nachteil steckt im Preis und in der Verantwortung: Prepaid-Tarife liegen oft auf dem Niveau der Grundversorgung, für den Zählereinbau können einmalige Kosten anfallen, und du musst selbst rechtzeitig aufladen. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, Prepaid nur dann zu wählen, wenn die Bonität keinen normalen Tarif zulässt oder eine Sperre abgewendet werden soll.
Wie der Prepaid-Stromzähler eingebaut wird
Den Zähler baust du nicht selbst ein. Du beantragst ihn beim Versorger, der Messstellenbetreiber tauscht den bisherigen Zähler gegen das Prepaid-Gerät. Als Mieter brauchst du meist die Zustimmung des Vermieters, weil in die Zähleranlage des Hauses eingegriffen wird. Ob Einbaukosten entstehen, steht im Angebot des Versorgers.
Beim Einbau erhältst du meist ein kleines Startguthaben und das Aufladewerkzeug. Bei den Stadtwerken Jena-Pößneck zum Beispiel kommt der Zähler mit fünf Euro Anfangsguthaben und einem Chipschlüssel, der beliebig oft neu geladen wird. Mit den intelligenten Messsystemen, die bis 2032 flächendeckend eingebaut werden sollen, lässt sich Prepaid zunehmend auch ohne Sonderzähler abbilden.
Was passiert, wenn das Guthaben leer ist
Geht das Guthaben gegen null, warnt der Zähler. Ist es aufgebraucht, unterbricht er die Versorgung automatisch. Damit niemand plötzlich im Dunkeln steht, gewähren die meisten Geräte ein Notguthaben von einigen Euro und schalten nachts, am Wochenende und an Feiertagen nicht ab; das Notguthaben wird mit der nächsten Aufladung verrechnet.
Sobald neues Guthaben auf dem Zähler ist, fließt der Strom ohne Anruf und ohne Techniker wieder. Eine Sperrgebühr fällt nicht an: Die Unterbrechung ist Teil des Systems, keine Sanktion des Versorgers.
Welche Anbieter Prepaid-Strom anbieten
Einen bundesweiten Prepaid-Stromanbieter gibt es in Deutschland derzeit nicht. Prepaid-Strom ist ein regionales Angebot, meist des örtlichen Grundversorgers – der Stadtwerke oder des Regionalversorgers in deinem Netzgebiet. Manche bieten den Vorkassezähler offen an, andere nur auf Nachfrage oder bei drohender Sperre.
Der kürzeste Weg ist ein Anruf bei deinem Grundversorger mit der Frage nach einem Prepaid- oder Vorkassetarif. Preise, Einbaukosten und Notguthaben-Regeln stehen im jeweiligen Angebot; vergleiche sie mit dem Grundversorgungstarif, bevor du unterschreibst.
Häufige Fragen zu Prepaid-Strom
Bekomme ich Prepaid-Strom trotz negativer Schufa?
In der Regel ja. Weil du den Strom im Voraus bezahlst, trägt der Versorger kein Ausfallrisiko und verzichtet meist auf eine Bonitätsprüfung. Viele Grundversorger bieten den Vorkassezähler sogar gezielt Kunden an, bei denen sonst eine Stromsperre drohen würde. Frage direkt bei deinem örtlichen Grundversorger nach, denn einen bundesweiten Prepaid-Anbieter gibt es derzeit nicht.
Was passiert, wenn das Guthaben leer ist?
Der Zähler unterbricht die Versorgung automatisch, sobald das Guthaben aufgebraucht ist. Viele Geräte gewähren vorher ein kleines Notguthaben und schalten nachts, am Wochenende oder an Feiertagen nicht ab, damit niemand ohne Vorwarnung im Dunkeln sitzt. Sobald du neues Guthaben überträgst, fließt der Strom wieder; das offene Notguthaben wird dabei verrechnet.
Ist Prepaid-Strom teurer als ein normaler Stromtarif?
Meist ja. Prepaid-Tarife orientieren sich häufig am Grundversorgungstarif, und der ist selten der günstigste am Markt. Dazu können Kosten für den Einbau des Zählers oder ein höherer Grundpreis kommen. Prepaid lohnt sich deshalb vor allem dann, wenn du wegen der Bonität keinen anderen Vertrag bekommst, eine Sperre abwenden willst oder die Kontrolle über die Kosten wichtiger ist als der letzte Cent pro Kilowattstunde.
Diese Seite erklärt das Prinzip Prepaid-Strom allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Konditionen, Einbaukosten und Notguthaben-Regeln legt der jeweilige Versorger fest. Die Links führen ohne Partnerprogramm und ohne Tracking-Parameter zu den genannten Quellen.